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Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Fr 22. Nov 2013, 19:03
von fatboyfahrer
moin,

ich kann mich nicht an spraydosen aus der zeit erinnern, und auf so eine pulle mal eben ein bild frisch vom kopierer mit dem alten DDR-Bild zu kleben und es als originallack oder "mühevoll rekonstruierte rezeptur" zu bezeichnen...... glaubt da wirklich jemand dran?

es ist übrigends, wie schon mehrfach erwähnt, kaum möglich ursprungsfarben fehlerfrei nachzulackieren. nichtmal wenn ich einen heutigen metalliclack nehme und diesen auf eine schadstelle an einem gerade lackierten teil auftragen will. ein geübtes auge sieht sowas.

das gillt auch für unilacke.

also entweder das ganze teil überduschen oder mit kleinen sichtbaren stellen leben können.
gruss ff

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Fr 22. Nov 2013, 22:34
von Roadrunner
Kuno hat geschrieben:Moin,
weiß denn jemand, wer der Hersteller der Leifalit-Lacke ist, was ja angeblich die originalen Simsonfarbtöne sein sollen? MZA ist ja scheinbar keine Chemiefabrik.
Grüße Kuno
Da musst Du MZA fragen wer für sie die Lacke zusammenmischt . Markeninhaber ist MZA .


https://register.dpma.de/DPMAregister/m ... 0708379/DE

Dieser Leifalitlack hat bestimmt genausoviel mit dem Original zu tun wie die heutige Isolator (Beru) Kerze . ;-)

Ralf

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Sa 23. Nov 2013, 08:20
von 425/T
Ich glaube auch nicht das der Hersteller der Leifalit Lacke Dir eine Dose Farbe schickt. Und der Preis wird incl. Verpackung unwesentlich günstiger sein. Auch ist in über 20 Jahren viel mit der alten Farbe passiert, z.B. ausgeblichen, da kann es ganz große Abweichungen vom Farbton geben.
Gruß 425/T

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Sa 23. Nov 2013, 09:09
von renato
fatboyfahrer hat geschrieben:moin,

ich kann mich nicht an spraydosen aus der zeit erinnern, und auf so eine pulle mal eben ein bild frisch vom kopierer mit dem alten DDR-Bild zu kleben und es als originallack oder "mühevoll rekonstruierte rezeptur" zu bezeichnen...... glaubt da wirklich jemand dran?

es ist übrigends, wie schon mehrfach erwähnt, kaum möglich ursprungsfarben fehlerfrei nachzulackieren. nichtmal wenn ich einen heutigen metalliclack nehme und diesen auf eine schadstelle an einem gerade lackierten teil auftragen will. ein geübtes auge sieht sowas.

das gillt auch für unilacke.

also entweder das ganze teil überduschen oder mit kleinen sichtbaren stellen leben können.
gruss ff
Also Lacke in Spraydosen gab es damals anfang der 80ger in der DDR, allerdings keine Leifalit.


Und ich wollte auch nur z.B. eine Stelle in etwa der Größe wie das Loch eines Heftlochers, die bis zum Füller und Grundierung runter geht, damit abdecken (Die Schraube des Lenkerhalters hat mal diesen Schaden am Tank hinterlassen). Und das soll ganz sicher nicht mit ner Sprühpistole passieren, sondern nur ein Tupfer mit nem Pinsel. :roll:
In Schwarz!
Weiß eben nicht ob diese neuen Lacke sich mit dem alten Leifalit vertragen. Wenns erst Blasen schägt ist ne Neulackierung auf jeden Fall notwendig.

Grüße

Renato

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Sa 23. Nov 2013, 11:02
von Bausoldat
renato hat geschrieben: Und ich wollte auch nur z.B. eine Stelle in etwa der Größe wie das Loch eines Heftlochers, die bis zum Füller und Grundierung runter geht, damit abdecken (Die Schraube des Lenkerhalters hat mal diesen Schaden am Tank hinterlassen). Und das soll ganz sicher nicht mit ner Sprühpistole passieren, sondern nur ein Tupfer mit nem Pinsel. :roll: In Schwarz!
Ich denke mal, du wirst keinen Schaden anrichten wenn du schwarzen stinkordinären Alkydharzlack da mit einem dünnen Pinsel drauftupfst und ihn ein bisschen in der Lackmulde verlaufen lässt. Das mache ich bei Lackschäden an meinen AWOs so und hat bisher meinen Ansprüchen genügt!

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Sa 23. Nov 2013, 12:52
von fatboyfahrer
hi renato,
entweder du nimmst einen normalen 1K-lack, sogenannter unilack und rein lufttrocknend und tupfst ihn in deine schadestelle. oder du machst dir die mühe und tupfst erst ne grundierung, dann dein schwarz und dann deinen klarlack(was ich für blödsinn halte).
oder du nimmst zum beispiel einen alkydlack von POR 15, der verträgt sich mit allem, ist relativ dick beim auftupfen, verläuft aber schön, sieht hinterher ein bisschen wie eine pulverbeschichtung aus, lässt sich wegschleifen(überschüsse) und ist meine erste wahl bei felgen etc. für kleine löcher ideal.
hab ich an einen kratzer an einem pulverbeschichteten rahmen genommen und ist nach dme wegpolieren nicht mehr zu sehen. auch nicht mit einem geschulten auge.

gruss ff

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Sa 23. Nov 2013, 14:25
von Christoph
Ich habe bei schwarzem Lackgute Erfahrungen gemacht
mit diesen kleinen 1K-Reparaturlack-Fläschchen (ca. 10 ml)aus der Bucht.
Die Stelle ausgetupft, gewartet, noch mal ausgetupft und d
ann mit diesem LOW_Tech_Set eines bekannten Discounters
http://kratzer-ex.com/KRATZER-EX_Pflegetipps_D.pdf
sachte mit 2000-Naßschleifpapier ( ist mit dabei )
angeschliffen und anpoliert und bin zufrieden.
Besser hätten sie das in den 50er Jahren auch nicht hingekriegt,
ohne Lack-doctor , smart-repair und air-brush.
Selbst für einen Vanden-Plas war das gut genug.
Gruß
Christoph

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: So 24. Nov 2013, 09:53
von renato
Hallo Christian, Christoph und Fatboyfahrer,
danke für eure Tip's.
Da werde ich mal sehen ob's mit den von euch benannten modernen Lacken klappt.

Grüße

Renato

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Mo 9. Dez 2013, 16:38
von carlos100
Hallo,
ich habe die Erfahrung gemacht, dass die vorhandenen Leifalit-Lacke überhaupt nicht zu den alten DDR Farben passen. Wie hier schon dargestellt, gab es Chargen und die waren zur DDR Zeit immer etwas unterschiedlich, da ja die Grundmaterialien (Harze, organischen Lösemittel und Pigmente) auf dem freien Markt eingekauft werden mussen. Da diese nicht immer bevorratet waren, hat man dann mit vorhandenen auch etwas experimentiert. Will damit sagen, dass bereits zu DDR Zeiten geringste unterschiedliche Farbtöne vorhanden waren. Bei dem tiefschwarz waren die Unterschiede am geringsten, da die notwendigen Zusätze in der Anzahl gering waren. Die Farbe besteht aus Harze und Pigmente immer in Lösemitteln gelöst. Durch das Verdunsten der organischen Lösemittel setzen sich Harze und Pigmente ab, bei Zweikomponenten-Systemen werden diese durch Zugabe von Härtern (i. d. R. Isocyanaten) vernetzt und bilden eine harte und belastbare Oberfläche. Der Vorteil der Planwirtschaft war, dass häufige Frabtöne auch durchweg bei Autos, Mofas und anderen Motorrädern sich wiederfanden.

Die heutigen käuflichen Leifalit-Lacke sind sehr abweichend zu den ehemaligen DDR-Laifalit-Lacke und entsprechen nicht dem dem damaligen Lackaufbau.

Eine Lichtanalyse mit den herkömmlichen Aufsetzgeräte auf Lackteile, produzieren keine Aussagefähigkeit, die kann man in die Tonne drücken, auch wenn da steht 96% Übereinstimmung.

Ich würde immer empfehlen einen 2K Lack zu verwenden!!! 1K: wie der Name schon sagt, Einkomponentenlack mit Lösemittelanteil. Härtet aus, indem sich das Lösemittel verflüchtigt. 2K: Zweikomponentenlack, also Lack und Härter, der durch eine chemische Reaktion aushärtet. Meist muss man 1K Lack auch noch mit Klarlack schützen, damit dieser nicht durch Benzin und so angegriffen wird!!!!

Christian Schiessl http://www.farben-schiessl.de/ , auch bekannt als doccolor hat sich viel Mühe gemacht eine möglichst nahe Frabgebung zu erreichen, aber auch er muss sich da an Vorgaben halten und so kann es auch hier bei einer Nachreparatur zu Farbunterschieden von DDR zu farben-schiessl kommen! Außerdem sind alle Lacke in 2K. Bei der Verarbeitung habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Farbe etwas flüssiger ist als andere 2K Lacke, aber dies kann man einstellen.

Für Rahmenteile in tiefschwarz für S50,S51,S53, Awo usw., hellgrau -Schwalbe- verwende ich eine gängige Firme, die Autolacke verkauft. Diese Firma vertreibt auch Lacke für LKW´s, dies sind etwas anders eingestellte 2K Lacke, und die verwende ich und kosten nur die Hälfte -Farbpalette ist riesengroß-. Ich habe da auch den Vorteil, dass ich 400mml Sprähdosen in 2K erhalte (werden so auf Bestellung hergestellt), um kleiner Flächen zu Lackieren, ohne dass ich gleich den großen Kompressor anwerfen muss. Die angebrochene Dose kann im Kühlschrank etwa 6 Stunden gelagert werden, bevor der Lack darin ausgehärtet ist.

VG

Re: Leifalit-Lacke

Verfasst: Do 12. Dez 2013, 10:49
von carlos100
Hallo,
was ich noch vergessen habe, da es in der DDR keine uns gebräuchliche DIN Norm, sprich RAL-Farben gab, sind unsere Farben, in dem RAL-Farbsystem aufgelistet, nicht anwendbar.

Es gibt eine Liste der Farben, die kein Anspruch auf Vollständigkeit hat unter:
http://www.mobadaten.info/wiki/Farben_in_der_DDR

Hier sind von christian alle bekannte Farben für Mokick/Motorräder/Autos aufgeführt. Somit ist klar, dass es keine direkte Transaktion/Vergleichbarkeit von DDR-Fraben zu RAL Farben gibt; leider. Selbst die Farbbenennung tiefschwarz von RAL zu DDR-Farben wird kleine Unterschiede haben. Auch als Beispiel "Olympiablau", wird man bei den RAL-Systemen nicht so direkt finden, weil hier unterschiedliche Autobauer den sprachgebrauch -Olympiablau- jeweils anders definierten. Heiß -Olympiablau- gibt es im RAL System in unterschiedlichen Farbtönen!!! Ist leider so und keines passt davon genau zu dem DDR "Olympiablau".

Was bleibt ist heute eine optische Feststellung von Farbtönen, von erstellten Rezepturen (Mischung verschiedener Farben), die den DDR Farben nur nahe kommen.

Außerdem weis jeder, dass ein unterschiedliches Verarbeiten von 2K Farben, Zugabe von Verdünnung usw. auch den Farbton später etwas beeinflussen kann.

VG