bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Wieder mal eine geile Strecke gefunden oder gut untergekommen? Und du willst es nicht für dich behalten? Dann hier rein damit!
Alex425

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Alex425 »

Hat dieses Fell eiegnetlich was gebracht?
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Bernde
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

das fell möchte ich jedem ans herz legen, der solch eine hour vor hat. vergesst die superduperkomfortkingsizewellness sitzaufpolsterer bei tante louise. hab mit einem motorradfahrer gesprochen, der sehnsüchtig auf mein fell geguckt hat und der hatte so n polsterdingens und war der gleichen meinung. :D

es sitzt sich wirklich wesentlich bequemer
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tingeltangelbob

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von tingeltangelbob »

Du hast es gut Bernde . Ich bin Anfang Juni schon vom Norge Urlaub zurück gekert ( nur angeln ). Die Landschaft ist da so schön da brauch man abends keinen Fernseher . Einfach ausn fenster gucken reicht . Und still ist es da , alles läuft ohne Stress ab . Die Leute sind nett und hilfsbereit .
Wünsche dir noch eine Gefahrlose ,Pannenfreie Reise . Von soner Fahrt zert man sein Leben lang und keiner kann es einem wegnehmen .

Gruß tingel
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Bernde
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

Könnt ihr noch ? Dann bitte :D


Tag 11

09.06.12 (380km) Start 6:25 Bogen, Setermoen, Olsborg, Nordkjoskotn, Tromsö, Nordkjoskotn, Skibotn

Dieser Morgen beginnt mal völlig anders. Als ich los möchte, es ist kühl am Fjord und ich bin dick eingemummelt., will sie nicht. Ich trete und trete aber außer ein paar kurzen Zündungen passiert nichts. Na doch , denn sie säuft ab. Werkzeug rausholen? Kerze trocknen? Boah ist das warm hier am Fjord... keine Lust... will los. Also anschieben. Die Straße geht bergab, aber bis zur Straße ists noch ein Stück und das geht nicht bergab. Ich dampfe jetzt schon. Endlich auf der Straße, anschieben... endlich läuft sie; draufgeschwungen und weiter. Ich merke schon, wie ich innerlich schmelze. Nach vielleicht 3 km halte ich an und Muß mich ausziehen. Merke: Kerzenschlüssel immer griffbereit halten. Anschieben ist ja auch sonst nicht gut für den Antrieb. Außerdem ist man ja im Urlaub und nicht auf der Flucht. Blöder Heini, denke ich noch über meine Faulheit erschüttert und mache zur Strafe ne extra lange Pause. Danach ist alles wieder ok. AWO springt wie gewohnt an, ich bin auch wieder „abgelüftet“. Nie wieder anschieben! An der nächsten In Nordkjosbotn tanke ich und genehmige mir noch Käsebratwurst mit Schinken und frittierten Zwiebeln und frage nach einem Reifenladen in der Nähe. Die Verkäuferin meint Tromsö. Upps, das liegt ja nicht gerade auf meinem Weg … aber … wir haben ja Zeit . Auf nach Tromsö. Der Weg dorthin ist gut ausgebaut und … hatte ich schon erwähnt, daß die Natur umwerfend schön ist … bis Tromsö sind es trotzdem an die 70 km. Schon von weitem sieht man die schmale, stelzbeinige Brücke, die City und Festland verbindet. Davor steht wie ein verkehrtrum in den Boden gesteckter Eiszapfen die Eismehrkathedrale. Die umrunde ich und ein paar verwundert dreinblickende Passanten machen mich stutzig; oje in eine gesperrte Straße rein gefahren, Sorry. Noch schnell ein Bild: Eiszapfenkathedrale mit AWO und schwupp, über die Brücke in die Innenstadt. Dort pulsiert das Leben. Einen jungen Mann an der Tankstelle spreche ich wegen einem Reifenladen an. Er zeigt mir auf der Karte einen Reifenladen, einen „Motorradclub“ und meint es könne Samstag nachmittag schwierig werden, weil alle Geschäfte zu hätten. Ich versuche, mich durch die Stadt zu schlengeln und fahre durch die zweite Verbindung zum Festland. Wenn keine Brücke, was kanns in Norwegen sonst sein, als … EIN TUNNEL.... . Der „Motorradclub“ befindet sich in Sichtweite der Eismeerkathedrale und entpuppt sich als wahrscheinlich nördlichster Außenposten der „Hells Angels“ . Die Tür ist zu. Vorsichtig ;-) drücke ich die Klingel und es öffnet ein langhaariger Kerl mit Brille die Tür. Ich erzähle ihm von meinem Reifenproblem und er schaut sich interessiert die AWO an. Kurz entschlossen nimmt er mich mit rein und kocht mir einen Kaffee, während er für mich mit Hinz und Kunz wegen einem passenden Pneu rumtelefoniert. Nach ca. einer halben Stunde gibt er auf, entschuldigt sich und meint, es wäre Samstag nachmittag und hier wäre da eben alles schon geschlossen. Ich bringe meinen Dank zum Ausdruck und verabschiede mich. Er wünscht ir noch ne gute Reise und schließt hinter mir wieder ab, wegen der Polizei, wie er meint. Bisher bin ja fast keinen Weg doppelt gefahren. Die knapp 70 km zurück nach Nordkjosbotn sind zwar der gleiche Weg, nur kommt es einem vor als ob man noch nicht da lang gefahren wäre. Die Landschaft zeigt mir jetzt das Gesicht , was sonst nur mein Rücklicht zu sehen bekommt. Wieder in Nordkjosbotn hole ich mir in dem Markt neben der Tankstelle etwas Seelennahrung; einen Energieriegel, einen Daimkrokantriegel und einen Smoothie und telefoniere mit Anja und den Kindern.
Zu Hause ist alles so weit in Ordnung. Bis auf ein paar Streitereien bei den Kindern geben sich doch alle Mühe Frieden zu halten, wenn der papa schon so lange weg sein muß. Anja zeigt zu Hause immer schön auf der Karte wo ich gerade bin und Oma und Opa verfolgen alles im Atlas. Manchmal gibt sie mir auch dienliche Hinweise . So auf der RV17 als ich ohne Karte fuhr oder jetzt, daß ich hätte von Tromsö mit der Fähre schneller über den Sörfjord gekommen wäre als wieder die E8 zurück. Diese Art fernmündlicher Unterstützung finde ich sehr angenehm.
Auf der eingeschlagenen Route wird die E8 zur E6 und wir bewegen uns jetzt schon ganz schön weit nördlich, noch ist nicht abzusehen, daß irgendwann die Straßen nur noch wieder runter nach Süden führen und … ich finde das fabelhaft. … . Es geht entlang der Ostseite des Storfjords. Skibotn bietet mir wieder eine Möglichkeit, Benzin zu fassen, was ich auch tue. Meine Gedanken sind aber abgelenkt, weil sich genau gegenüber ein Hof befindet, wo ein Bauer Heu aus der Scheune holt und in eine Presse gabelt. Da ich auf Grund meiner Reise ( die Zeit kleine Bündel zu pressen war zu knapp und so haben wir nur große Quader, die wir bei Bedarf auflösen und pressen möchten) dieses „stationäre“ System zu Hause auch einsetzen möchte, bin mache ich Kehrt und fahre auf der gegenüberliegenden Seite in die Hofeinfahrt. Jetzt halte ich auch noch die Leute von ihrer Arbeit ab. Sowas! Der Mann ist schätze ich Mitte – Ende 50 sehr nett, kann gut englisch macht gleich die Maschine aus und wir kommen schnell in Fachgespräche. Seine Frau guckt um die Scheunenecke, wer zu Besuch ist und kommt kurz darauf mit ihrer Schwägerin wieder. Diese meint, ich solle ihr mit dem Motorrad folgen und mit zum Kaffee kommen. Ich bin etwas verunsichert und fahre langsam hinterher. Sie stellt sich als Anny vor und ruft auch ihren Mann Oddmund herbei. Sogleich gibt’s wieder viel zu erzählen und bald ist auch der Kaffee fertig. Es stehen noch so einige andere lokale Leckereien auf dem Tisch ( eine Art Knäckebrot, Moltebeerenmarmelade, und sowas wie etwas süßlich schmeckender Käse zum aufs Brot streichen von dem Anny sagt sie würden selten ohne dieses „Zeug“ verreisen) und ich soll doch zugreifen nach der langen Reise. Das Häuschen ist wirklich schön und gemütlich. Rasch sind zwei Stunden verquatscht und sie wollten doch noch etwas tun. Natürlich wäre es jetzt für zu spät zum weiter fahren und ich könne hier natürlich übernachten. Anny möchte auf dem Grundstück Löcher mit Erde ausfüllen, damit die Wiese schön eben wird. Während ich ihr dabei helfe schneidet Oddmund mit seinem mobilen Sägegatter Bretter für die Sanierung einer alten Hütte zurecht. Sie meint noch, sie müßte mich bezahlen für meine Arbeit. Als ich meine, soweit kommt es noch,daß sie mich aufnehmen und noch dafür bezahlen, und dann müße ich sofort aufbrechen lacht sie nur. Thema abgehakt :-) . Als die Arbeit geschafft ist, sehe ich mir das Sägegatter an und mache den täglichen AWO – Service. Anny geht Abendbrot vorbereiten. Wie ich meinen Wal möchte, fragt sie, gegrillt oder mit heller Soße. Ehe ich was sagen kann meint sie, wir machen einfach beides. Da kannst du kosten, was besser schmeckt. Wow. Es gibt was? Wal? Hier werde ich völlig unaufgefordert eingeladen, darf übernachten, bekomme in Gesprächen soviele Informationen, wie ich kaum aufnehmen kann und werde auch noch mit lokalen Delikatessen verwöhnt Das klingt alles wie ausgedacht, fühlt sich aber echt an!!! Wenn sich mir die Gedanken jetzt noch im Kopf drehen, kann ichs selber kaum glauben. … Jedenfalls gibt’s Wal mit Gemüse und roten Kartoffeln. Beide Zubereitungsformen sind äußerst lecker und völlig überraschend im Geschmack. Von Aussehen und Konsistenz her würde ich es zwischen Rind und Schwein einordnen und, obwohl es ein Säugetier ist kommt ein feiner Fischgeschmack durch. Alles in allem ein für mich einzigartiges Geschmackserlebnis. Preiselbeeren und Rotwein dürfen nicht fehlen. Bei essen, trinken und unterhalten vergehen Stunden in Minuten. Auch soganannte Tabuthemen wie Walfang und 2. Weltkrieg spreche ich an, und es gibt keinerlei Irritationen. Hier erfahre ich auch, daß hier die finnische Kultur größeren Einfluß hat, weil von langer Zeit in Finnland eine große Hungersnot herrschte und viele Finnen sich retteten, indem sie in Richtung Küste zogen. Auch hier haben die Deutschen tiefe Narben hinterlassen. Es wurden ohne Gnade die Leute vertrieben oder umgebracht und alles Vieh getötet, sowie alle Häuser verbrannt und Bäume abgeholzt. Zweck dieser „Aktion“ sollte sein, den „feindlichen“ Truppen nichts als verbrannte Erde ohne Möglichkeit des Unterschlupfes, der Nahrungsbeschaffung oder etwa sogar des Zuspruches und der Hilfe der Bevölkerung zu hinterlassen. Es gibt hier hauch eine Passstraße, die „der Blutweg“ genannt wird. Sie wurde im Krieg durch die Nazis von Gefangenen errichten gelassen. Viele starben und wurden, weil die Erde gefroren war unter der Straße verscharrt. Dieser Pfad dient heute dem Gedenken. Tief bewegt hat mich auch als Anny sichtlich bedrückt von einem Spaziergang auf diesem Weg erzählt. Sie sind sich sehr der Bedeutung um diesen Weg bewußt. Während sie gehen, bekommen sie von einem ihrer Kinder einen erschütternden Anruf. Sie werden informiert, daß ein Norweger namens Breivik in Oslo Gebäude in die Luft gejagd hat und sehr viele Menschen, darunter auch Kinder und Jugendliche gezielt ermordet hat, offensichtlich aus rassistischen Hintergründen. Sie kann nicht ausdrücken, was für Gefühle sie dort hatten, aber ich sehe es ihnen an und schweige auch. Es gibt aber auch schöne Themen. Ich erzähle viel von der Landwirtschaft und der Familie. Anny holt noch ein Buch raus , in das ich etwas schreiben soll. Es ist spätt, aber natürlich nicht dunkel geworden. Ich bedanke mich nochmals für die Gastfreundschaft und erzähle, daß wir zeitig aufbrechen wollen. Es folgt eine kurze Erklärung, wo ich alles mögliche zu essen fürs Frühstück finde und daß sie die Tür offen lassen. Ich könne mich dann selber kümmern. Abschließend gibt es noch eine Einladung jederzeit wieder herkommen zu dürfen und Adressen und Telefonnummern werden getauscht. Sie unterschreiben noch auf meinem „Tour – T-Shirt“ und dann ziehe ich mich in die Hütte zurück. In meinem Tagebuch ist heute die schrift recht unleserlich, weil ich gegen die zu fallenden Augen ankämpfe. Sollte ich besser morgens die Aufzeichnungen machen?

Technisches:
ein wenig Öl vom Entlüfterdrehschieber steht im Lichtmaschinendeckel .. gereinigt
Luftfilter gereinigt und bissl eingeölt
Magnet gereinigt
Zündkerze gereinigt
Vorn wieder eine Speiche gebrochen … gewechselt
Zuletzt geändert von Bernde am Do 26. Jul 2012, 08:28, insgesamt 1-mal geändert.
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Omi K. Rdan

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Omi K. Rdan »

Wiederholung meinerseits, die 3. oder 10. ...: Bernde, das is einfach nur toll! ... Man gut, dass das erst der 11. Tag war :D

Sommerliche Grüße vom Deich
*romy*

PS: war gestern mit Erna Wattwandern... so ein Schmodder is ganz schön hartnäckig im Fell :roll:
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feuereisen
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von feuereisen »

Bernde, schöner Bericht! ;;;;;;;
Keine Angst,ich schreib´s nur einmal.... bin ja kein Waschweib ;-)

Und mein Köter hat eben in den Garten geschissen.... wer wissen will wohin und wie groß.... PN :lol:
Einige Urvölker hatten die Gewohnheit, bei Pandemien ihre Anführer zu opfern, um die Götter zu besänftigen. In so schwierigen Zeiten sollte man wirklich nichts unversucht lassen.
:twisted:
Wer die Freiheit aufgibt um Sicherheit zu gewinnen wird am Ende beides verlieren

:idea:
Die Grossen hören auf zu herrschen wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.
;,;,;,;
Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden. (H.Seehofer)
:idea:
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Omi K. Rdan

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Omi K. Rdan »

Bitte PN Feuereisen!!!!!!!! :D
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Deleted User 141 »

Das Gebet eines Touristen:
"Lieber Gott, gib mir daheim genug Menschen, die meine Geschichten und Bilder von der Reise und hören sehen wollen!"

Mir waren Reiseberichte immer ein Graus! Aber Berde du bist Spitze und ich muss alle Vorurteile ablegen.
Und das Gebet scheint ja auch erhört worden zu sein. ;;;;;;;
Ich warte auf die Fortsetzung.

Matthes
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Bernde
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Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Bernde »

Der Raps ist heute fertig gedroschen. Ich bin froh soweit gekommen zu sein. jetzt hats geregnet aber nur in unserem dorf und zwar heftig 15mm in ner viertel stunde. :evil:

ABER es gibt ja noch die schönen Dinge zu erzählen.

bittescheeeeeeeen :D

Tag 12

10.06.12 (485km) Gesamtstrecke 4962km Start 6:30 Skibotn, Sorstraumen, Alta, Hammerfest

Gemütlich geht’s los. Heut hab ich die Ruhe weg. Erstmal schön frühstücken, waschen, Zähne putzen usw. .Dann packe ich alles zusammen und fahre „leise“ vom Hof . Es war schön bei euch. Heut fröstelts mich obwohl 8-10°C sind ein bisschen. Was Steht heute auf dem Programm: fahren, fahren, fahren. Die E6 schlängelt sich an der Küste entlang. In Sorstraumen freue ich mich schon auf einen Tankstopp mit Kakao. Der Kakao muß ausfallen, da der Laden geschlossen ist. Also gibts Automatenbenzin und ein paar leckere runde Wikana – Butterkekse ( gabs schon zu zonenzeiten, für mich die leckersten die ich kenne ), die Lukas mir von seinem eigenen Taschengeld gekauft und „für schlechte Zeiten“ mitgegeben hat.
Das Dorf besteht aus wenigen, verstreut liegenden Häusern. Aus einem in derNähe kommt ein großer weißer Hund auf mich zu. Erst schnuppert er an der AWO, kommt dann aber doch zu mir und wir knuddeln eine Weile. Ob er mich versteht, wenn ich deutsch mit ihm rede, weiß ich nicht.
Als ich wieder den Helm aufsetze und noch schnell mein Benzinbuch einschreibe ( 10,1 l bei 4655 km ) trottelt er wieder von dannen. Irgendwo zwischen Sorstraumen und Alta mache ich bei eine Red Bull – Pause eine Entdeckung. DasSeitenwagenboot fängt hinten an der letzten Schraube mit der der Kotflügel befestigt ist an zu reißen. Beim Schraubertag in Kamenz hatte ich bei einem Sportawogespann schon eine Verstrebung vom Bodenblech zum äußeren Ende des Kotflügels gesehen und wollte das noch bei mir anbauen. Aber, Kopp wie Sieb,,, vergessen. Und nun reißts. Ich wühle mein Werkzeug und die Ersatzteile nach irgendetwas durch und finde nur ein einziges größeres Stück Flacheisen. Es ist meine selbstgebaute hintere Auspuffhalterung in extra schwerer Ausführung. Das wird doch nix, denke ich noch und halte mal aus Spaß und weil auch nix anderes da ist, das leicht gebogene Stück Eisen an die Stelle, wo es hin kommen soll. Mich trifft der Schlag. Das Teil passt !!!! Die Löcher, die Länge, die Biegung. Ich werd verrückt. Hätte ich ein Ersatzflacheisen für eben diese Kotflügelhalterung bauen müßen hätte es genauso aussehen müßen. Ein kleiner Freudentanz bleibt nicht aus. Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht. Dafür, daß ich eigentlich nichts dafür mit hatte, war die Reparaturdauer von 15 min inklusive Red Bull trinken, Sachen aus- und wieder einräumen und Freudentanz sehr angemessen. Nächster Halt : Alta am Altafjord. Die größte Stadt im hohen Norden Norwegens. An einer Tankstelle rede ich mit einer Gruppe „Gummikuhfahrer“ deren Sprache bayrisch klingt und die etwas ungläubig meine „alte Dame“ beäugen. Sie kamen über Schweden hinauf und hatten mehrere Tage hintereinander Dauerregen. Ähnlich erging es ihnen am Kap; Nebel, 2 °C, Wind. Die Motivation hatte schon etwas nachgelassen und alle hofften auf besseres Wetter und mehr Erlebnisse in Norge. Ich ermuntere sie etwas mit guten Aussichten, wünsche gute Fahrt und sie summen davon. Kurz darauf spricht mich ein Päärchen aus Holland an, das auch mit den Bikes hier ist und richtig Pech hatte. Bei der einen Maschine ist die Telegabel kaputt, bei der anderen der Reifen platt. Deshalb sind sie scharf auf meinen Ersatzreifen. Der passt nicht wirklich auf ihre Triumph und es ist wiedermal Sonntag und alle in Frage kommenden Läden haben zu. So sitzen sie halt in Alta fest. Wir wünschen uns gegenseitig alles Gute und ich knatter los in Richtung Innenstadt. Hammerfest und Nordkap sind ausgeschildert. Die Stadt wird hinter uns kleiner und die Landschaft verändert ihr Gesicht. An dieser Stelle widerspreche ich allen, die sagen es wäre langweilig, öde und gäbe nichts zu sehen. Das verstehe ich nicht. Leute, dann setzt die Filzbrille ab! Auch diese Landschaft ist sehr reizvoll, allerdings auf ihre ei(-gene)sige Art. Man wird nicht mehr so von den Eindrücken erschlagen, muß mehr im Kleinen schauen, entdeckt dann dafür aber so manche Überraschung. Die Artenvielfalt hier ist erstaunlich, aber eben eine Dimension kleiner. Unterwegs halte ich an einer Hütte an, wo eine Frau mit zwei Hunden Rentierfelle und Souvinirs verkauft, Bis dahin hatte ich die Felle noch lebend in der Natur rumrennen gesehen und bin jetzt sehr positiv überrascht, wie warm und weich sich das anfühlt. Sie stammt aus Karasjok, erzählt mir mit Stolz, daß sie den Betrieb von ihrem Vater übernommen hat und die Felle von ihren eigenen Herden stammen und selbst gegerbt sind. Ein kleines Fell kostet um die 500 NOK ein superschönes großes möchte sie mir nicht für unter 650 NOK überlassen. Leider habe ich viel zu wenig Bargeld dabei und bis Alta zurück und wieder hin ist auch ne Stunde weg. Schade. Hammerfest ist ein größerer Umweg und als ich den etwas heruntergekommemen Hüttenpark sehe und bemerke, daß die ganze Stadt mehr oder weniger eine riesige Baustelle ist, bekomme ich meine Zweifel, obs die insgesamt 100 km Umweg wert war. Ich tanke, fahre eine schmale Straße zwischen Wohnhäusern den Berg hinauf, bis es nicht weiter geht. Und komme doch noch auf meine Kosten. Ein wundervoller Blick auf die Stadt, den Hafen und den Storoysund mit der kleinen Insel Haja entschädigen mich für die „Extratour“ Ich verweile ein paar Minuten und lasse mir den Wind um die Ohren fegen. Für einen kleinen Moment öffnet sich die Wolkendecke und läßt einen Strahl Sonnenlicht auf das leicht gekräuselte Wasser fallen. Zack, das schönste Bild von Hammerfest ist im Kasten und schon zieht es sich wieder zu. Durch Straßenbaustellen und viel Verkehr manövriere ich durch die „nördlichste Stadt“ Europas. Eigentlich wollte ich heute mal ein Hotelzimmer nehmen, doch mir kommt nichts in die Quere was mir so auf Anhieb gefällt. Also verlasse ich die Stadt. An einem Eisbären aus Plastik wird die AWO nochmal schnell für ein Foto platziert. Beim nächsten Haus an dem „Rom“ steht, klingle ich, um nach Unterkunft zu fragen. Niemand da. Das Zelt ruft schon aus dem Beiwagen: „Nimm mich! Zelte mal wieder. Vor allem hier, so nördlich wies kaum nördlicher geht!“ Tatsächlich finden wir ein schönes Plätzchen mit herrlichem Blick auf das Wasser, die Insel Soroya und die schneebedeckten Spitzen der Berge. Hach … Ja... richtige Entscheidung. In zweihundert Metern Entfernung verläuft die Straße, Knapp 1 km bis zur nächsten Hütte und in 100m weidet eine Herde Rentiere, neugierig näher kommend. An einer geraden Stelle schlage ich das Zelt auf und merke, daß ich heute ein Himmelbett haben werde. Das Zelt steht auf total dichtem, weichen, grünen Bewuchs. Das sieht saftig aus und ich glaube die Rentiere fressen das gerne. Das Zelt steht, die AWO hat ihre wohlverdiente tägliche Pflege, ist schon zugedeckt und schläft friedlich, so wie ich auch gleich. Der Benzinkocher gibt schon wohlige wärme ab und wartet, daß ich mir den Tee ausgesucht hab. Thüringer 9 – Kräuter muß es heute sein. Plötzlich hupt es und ich sehe Leute aussteigen und winken. Als ich an näher komme, sind die Schweizer zu erkennen. Ich freue mich ehrlich. Unverhofft kommt oft. Sowas kann man nicht planen. Die Mutter des Fahrers ist begeisterte Ornithologin und erzählt, daß sie schon die verschiedensten Vögel beobachten konnte, die es in Mitteleuropa nur äußerst selten zu sehen gibt. Ihr Highlight auf der Reise, einen Gerfalken in seiner natürlichen Umgebung vors Fernglas zu bekommen. Etwas später verabschieden wir uns scherzhaft „vorläufig“. Mit Sicherheit trifft man sich nochmal. Der Tag klingt aus bei einem Emailletippel Tee und einem Dokumentarfilm ohne Sprecher über Nordnorwegen, der live direkt vor meinem Zelt und ohne Werbepause abgespielt wird.

Technisches:
Beiwagenkotihalterung am Boot gerissen … mit Ersatzauspuffhalterung sehr gut fest bekommen
Öl geprüft und aufgefüllt
ein paar Worte der Dankbarkeit fürs bis hier her aushalten
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Omi K. Rdan

Re: bernde, awo, nordkap ! ... oder... fram og tilbake

Beitrag von Omi K. Rdan »

dankescheeeeeeeeen!!! :mrgreen:
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