Los ging es Ende August. Für die Reise in und durch den tiefsten Osten hatten wir drei Wochen eingeplant. Grob gesagt eine Woche hinfahren, etwas mehr als eine Woche lang da bleiben und in vier Tagen wieder zurück. Die Tour, die bei Hin- und Rückfahrt so ziemlich gleich war zeigt mit entsprechenden Zwischenstopps (Hintour) das erste Bild.

Die Tour haben wir mit dem Motoplaner geplant, da dieser auch eine Reliefkarte hat. Somit konnten wir die meisten Berge umfahren. Berge waren nämlich unser größter Feind, denn wir waren mit drei Tourengespannen unterwegs, die alle drei mit originaler 250er Technik bestückt waren. Weiterhin mussten die Dampfhämmer nicht nur uns Männer bis zum Ziel bringen, sondern auch unser Gepäck mit Ersatzteilen und unsere liebsten Perlen. Wir sind nämlich ohne Begleitfahrzeug gefahren. An dieser Stelle nochmal Respekt! an die drei Damen. In echt sah das dann so aus:

Das Motto der Tour war übrigens „Was du mit hast geht auch nicht kaputt“. Entsprechende Eigenkonstruktionen am Motorrad waren demnach nötig, um den Anforderungen dieses Mottos gerecht zu werden, wie die nächsten Bilder zeigen. Unter Anderem ein Ersatzhinterrad, ein selbstgeschweißtes Gitter zum abschließen des Beiwagens und ein Ersatzmotor.





Das Gespann auf dem letzten Bild war vor ca. 30 Jahren mit gleicher Besatzung schon zweimal am Balaton, weswegen wir überhaupt auf die Idee nach Ungarn zu fahren kamen.
Zum Fahren ist zu sagen, dass man vor den Straßen in Tschechien, Slowakei und Co keine große Angst haben muss. Die meisten Straßen sind heutzutage auch dort sehr gut asphaltiert. Akute Holperstraßen mit kratertiefen Schlaglöchern blieben dennoch nicht ganz aus. Mit der Kamera ließ sich das nicht so gut einfangen, aber grobe Züge dessen veranschaulicht das nächste Bild:

Die Straßen, die man jedoch am meisten meiden sollte sind Schnellstraßen. Das ist natürlich eigentlich logisch aber manchmal bleibt einem nichts anderes übrig als da lang zu fahren. Die mal mehr oder weiniger vorhandenen Fahrkünste der östlichen Brummifahrer bekommt man dann nämlich stark zu spüren… .
Den drei Moppets ging es die ganze Fahrt über ausreichend gut, um mit der Zeit, die wir hatten, für Reparaturen auszukommen. Keineswegs am schlimmsten, aber auf jeden Fall am nervigsten waren meine 15 Speichenbrüche. Dass die ausgewechselten Speichen nicht brachen zeigte, dass es an Materialermüdung lag. Schlaglöcher und wohl auch der auf dem Hinterrad sitzende Motor trugen auch ihren Teil dazu bei. Hm?...Was ist noch so passiert?…
…Meine Telegabel hat sich irgendwann in Ungarn bei einem Tagesausflug gelockert. Festgezogen, weiter.
…Das Rücklicht am Beiwagen des Gespanns mit Ungarnerfahrung wollte einfach nicht am Kotflügel bleiben. Die erste Notlösung musste her:

Die Sache hielt aber nicht lang. Also mussten wir nochmal ran. Aufgrund von Zeitmangel am entsprechenden Tag kam es nur zu einer interessant aussehenden Notlösung, aber sie hielt bis wir wieder zu Hause waren.

…Am selben Gespann ist ein Mopedauspuff verbaut, dessen leere Tüte sich bei einem anderen Tagesausflug verabschiedete. Wir konnten sie jedoch wiederfinden, allerdings ohne Schelle. Also ging es ohne zum nächsten OBI (die ganze Tour einer der besten Helfer). Doppelt genommene Schellen von einem Regenrinnenfallrohr schufen Abhilfe. Sie hatten sogar die perfekten Maße. Dazu kamen dann noch Beschwerden aus dem Beiwagen aufgrund von Abgasen, die wohl bei der Fahrt durch unglückliche Verwirbelungen in den Beiwagen gezogen wurden. Also musste der Auspuff fachmännisch verlängert werden. Beide Reparaturen zeigt das nächste Bild.

Wir beim Bateln:

…Gespann Nummer drei hatte einen kleineren Rahmenbruch. Atilla der Schweißer hats aber gerichtet. Ein Glück, dass unsere Hausbesitzer ihn kannten.
Die Leute haben sich wie immer über den Anblick der Motorräder gefreut. Wir hätten fast schon Gage verlangen könne, so wie wir mancherorts bei der Durchfahrt gefeiert wurden. Das Highlight war jedoch auf jedem Parkplatz der Ersatzmotor. Fragen wie: „läuft der mit?, Was treibt der an?“ blieben natürlich nicht aus.
Insgesamt muss man sagen, dass der Trip nach über 2500 gefahrenen Kilometern absolut bombe war. Wir hatten nur am letzten Tag der Rückfahrt Regen und zwar auf dem Weg zum Hindenberg-Rennen, was der perfekte Abschluss der Tour war. Eine Awotour nach Ungarn können wir absolut empfehlen. Super Natur, schöne Strecken, nette Leute, keine Polizei.
Zum Schluss noch ein paar Bilder:






Viele Grüße und frohe Weihnachten von Konstantin und im Namen von Luisa, Thomas, Kathrin, Marco und Cerstin

